Grußwort von Bernhard Trautvetter

13 Aug

Bernhard Trautvetter – Essener Friedensaktivist – begründet den
Zusammenhang von Antifaschismus und Friedensbewegung
und er wirbt für die Friedensaktionen
in Kalkar, 3.10.2015 und
in Essen, 21.11.2015

Die Nato macht sich derzeit daran, den Beschluss ihres Chicago-Gipfels umzusetzen und die Atomwaffen zu „modernisieren“, was eine Formulierung ist, die die Entwicklung neuer Atomwaffen – sog. Mini-nukes etwa, die die Schwelle zum Atomkrieg weiter senken – verschleiert. Diese sogenannten Waffen stellen die gesamte Zivilisation, Kultur, Natur und die Zukunft der Menschheit sehenden Auges infrage. Dagegen stell sich die Friedensbewegung seit dem Ende des zweiten Weltkrieges, in dem sie entwickelt und eingesetzt wurden.
Wir verlangen als 1. Schritt die Verschrottung der in unserem Land befindlichen Atomsprengköpfe, an denen die Bundeswehr mit ihren Tornados nukleare Teilhabe übt.
Schon ein Bruchteil der sogenannten Atomwaffen stellt eine der zentralen Bedrohungen für die Menschheit auf dem Planeten Erde dar, und die Gefahr wächst derzeit wieder.
Wir wissen, die Wissenschaftler haben all diese Teufelswerke in der Entstehungsphase gebaut, um dem faschistischen Deutschland zuvorzukommen, das an der Atomtechnik für die sogenannte Wunderwaffe Hitlers forschte.
Der Antifaschismus ist schon insofern Bestandteil der Friedensbewegung, als Rassismus, Nationalismus und Militarismus den Überlebensinteressen der Menschheit entgegenstehen.
Kräfte in der Friedensbewegung, die andere dafür kritisieren, dass sie in dieser Frage nicht immer die notwendige Klarheit an den Tag legen, und Kräfte, die Orientierung-suchend Erfahrungen sammeln wollen und das auch tun, sollten bei aller klaren Ablehnung rechter Gedanken das Gemeinsame in den Vordergrund ihres Tuns stellen und Trennendes in Wort und Tat vermeiden.
Schon einmal siegte der Faschismus in diesem Land auch deshalb, weil seine Gegner sich in einem Bruderkampf gegenseitig zerrieben.
Das führte letztendlich auch nach Hiroshima, Nagasaki, und in die Angst vor dem Atomkrieg zur Zeit der Kubakrise und auch zur Zeit der Atomraketenstationierung in den neunzehn-80ger Jahren.
Max Horkheimer verbreiterte die Horizonte des Antifaschismus mit dem Satz, wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll über den Faschismus schweigen.
In der Tat trägt der Kapitalismus den Krieg in sich, wie die Lüge den Hass.
Als entsprechend antikapitalistischer Friedensaktivist setze ich mich dafür ein, die Lügen der Herrschenden, mit denen sie die Kriegsvorbereitung legitimieren, zu entlarven.
Nato-Militärs aus Kalkar erklärten letztes Jahr einen großen Krieg in Europa für möglich und plädierten zugleich für einen Waffenmix unter Einbezug der Atomwaffe.
Diese Hexenmeister erweisen sich als dem Leben, auch ihrem eigenen, gegenüber feindlich eingestellt. Sie ignorieren bewusst, dass der Atomkrieg keine Sieger kennt.
Der sowjetische Regierungs-Chef zur Zeit der Kuba-Krise Nikita Chruschtschow sagte damals, nach dem nächsten Krieg werden die Überlebenden die Toten beneiden.
Dieses Jahr tagt die Kalkarer Nato-Denkfabrik >Joint Air Power Competence Centre< in der Messe Essen. Sie nennt indirekt auch uns Friedenskräfte ‚feindliche Einheiten‘, weil wir die Öffentliche Meinung erfolgreich gegen die Militärs zur Friedensverstiegenheit aufklären. Sie wollen beraten, wie sie uns schlecht und sich gut aussehen lassen können und wie sie Medien für Militärpropaganda an der Schwelle zum Großen Krieg entsprechend nutzen können. Das Friedensgebot des Völkerrechts und Grundgesetzes lassen sie hinter sich.
Dagegen demonstriert die Friedensbewegung am 3.10. in Kalkar und am 21.11. –kurz vor jener Nato-Konferenz- in Essen. Wir fordern, diese Veranstaltung zu verbieten.
Es braucht bei allen Anlässen der Friedensbewegung jeden einzelnen von uns! Auch in diesem friedenspolitisch heißen Herbst.
Es geht darum, dass wir die Friedensbewegung wieder so stark machen, wie sie sein muss. Im eigenen Interesse, das das Interesse aller Menschen ist.
Unser Engagement ist eine gute Sache, weil es für eine gute Sache ist.

FacebookTwitterGoogle+Empfehlen